Trau‘ dich und träum‘ dich ins neue Jahr
Eigentlich wollte ich den Vormittag nutzen, um diesen Newsletter einfach nur fertig zu machen. Dabei ist mir ein Artikel von Maike Gosch untergekommen, die unter anderem für die Nachdenkseiten schreibt. Sie beleuchtet darin gemeinsam mit dem israelischen Friedensforscher Shir Hever den Deal, den Alexander Dobrindt gerade mit Netanjahu eingefädelt hat.
Du kannst den Beitrag auch anhören. Ungefähre Dauer 9 Minuten.
Immer wenn ich solche wirklich gut gemachten Hintergrundberichte und Analysen lese und dann zu meiner eigenen Arbeit zurückkehre, fühle ich mich irgendwie klein und unbedeutend. Angesichts des aktuellen Weltgeschehens und des Wahnsinns, der da draußen überall tobt, ist das wohl auch nicht weiter verwunderlich.
Die Welt, wie wir sie gerade erleben, ist hochgradig disruptiv. Alles ist in Bewegung, aus den Angeln, aus den Fugen. Das Pendel schwingt extrem und findet keine Ruhe. Gründe für Empörung, Angst, Unsicherheit und Entsetzen gibt es mehr als genug – und zwar täglich.
Aber gerade in solchen Situationen sind diese kleinen Impulse, die ich versuche nach außen zu geben, vielleicht extrem wichtig. Ich hoffe immer, dass du davon profitieren kannst.
Circle of Concern vs. Circle of Influence
Stephen Covey hat schon vor Jahrzehnten zwischen dem Circle of Concern und dem Circle of Influence unterschieden. Es ist der Unterschied zwischen dem, was mich berührt, betroffen macht und beunruhigt – also die große Geschichte, in der wir gerade alle drinstecken – und dem Kreis, in dem ich tatsächlich wirksam sein kann.
Diese Wirksamkeit beginnt immer bei dir selbst: Selbstwirksamkeit. Covey nannte das „Private Victory First, then Public Victory“. Bring erst mal deinen eigenen Laden in Ordnung. Jordan Peterson vertritt die gleiche Meinung: Bevor du anfängst, die Welt da draußen mit deiner Weisheit zu beglücken, schau auf dich selbst. An dieser Schnittstelle zwischen dem eigenen Sein und der Welt da draußen finde ich mich immer wieder.
Das Comeback des Träumens
Das nur vorab. Der Adventskalender hat mir viel Freude bereitet, mich aber zwischendurch auch sehr gestresst. Interessanterweise war der Beitrag, auf den ich in den letzten Tagen am meisten verwiesen habe, der unscheinbarste: Der Beitrag über das Dreaming – über das Träumen.
Da steckt etwas dahinter, was mich selbst berührt hat. Ich war anfangs etwas irritiert, als ich dieses Stichwort gezogen habe. Plötzlich tauchte da eine ganze Welt wieder auf, die ich aus meinem Leben eigentlich relativ erfolgreich verbannt oder zumindest in den Hintergrund gedrängt hatte.
Es ist die Idee, einfach mal nichts zu tun. Langeweile zu haben. Vielleicht sogar zu träumen, Wünsche auftauchen zu lassen oder auch Verwirrung einfach mal auszuhalten. Das ist ein uraltes Konzept und es öffnet eine „Way of Being“, die für unsere Wirksamkeit und unser Menschsein mindestens genauso notwendig ist wie Power, Beziehungen oder das Atmen.
Die Flucht in das Smartphone
Ich befürchte, dass wir eine steile Kurve gegangen sind, die dieses Sein komplett verbannt hat. Mittlerweile ist es so einfach geworden, jede Sekunde der Ruhe oder der Langeweile mit dem Handy in der Hand zu überbrücken. Das ist das, was auch schon die Kinder lernen – vermutlich mit desaströsen Folgen.
Wenn du also eine radikale Veränderung für 2026 in deinem Leben haben möchtest, ist das meine erste Empfehlung: Schau dir das Video zum Träumen noch mal an und guck, was es für dich bedeuten kann und wie du es integrieren kannst.
Ein Trip ohne Ziel
Mir fällt dazu immer ein Bild aus meiner Pubertät ein. Eine meiner größten Freuden und glücklichsten Momente war es damals, eine Schallplatte aufzulegen, einen mehr oder weniger schlechten Kopfhörer aufzusetzen und mich einfach hinzulegen. Augen zu und ab auf die Reise.
Manchmal wurde das durch einen kleinen Joint unterstützt, aber in der Regel haben Pink Floyd oder irgendeine andere Psych-Rock-Band völlig ausgereicht, um einen Trip auszulösen. Diese Reisen hatten etwas unglaublich Erfrischendes, Zentrierendes und Inspirierendes. Sie waren eng mit meinem Sein verknüpft.
Ich denke da an Genesis und diese epischen Platten, die aus ständigen Wechseln und verschiedenen „Parts“ bestanden. Das hat die Reise abwechslungsreich gemacht. Ganz anders als heute, wo man oft mit 120 oder 140 Beats den ganzen Abend verbringt, nur unterbrochen von ein paar Drops und Rises.
Dreaming ist keine Disziplin der Meditation. Es ist nichts, wo du etwas erreichen möchtest. Es ist nicht an ein „Um-zu“ gekoppelt.
Das lasse ich jetzt einfach mal so stehen. Wenn du Erfahrungen damit machst, freue ich mich immer über Feedback. Gerne hier als Kommentar!
Ich wünsche dir noch mal einen guten Start in ein glückliches und freudvolles neues Jahr. Möge es frei von Hindernissen sein – materiell wie psychisch.
Effortless Power, Leichtigkeit, Energie, Licht und weiche Bewegung für dich.
Axel